Tierarztpraxis Kömpel
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Information über Impfungen bei Katzen

Liebe Katzenhalter,

bisher war es üblich, die Impfungen Ihrer Katze jährlich aufzufrischen. Wie Sie vieleicht auch schon aus den Medien erfahren haben, gibt es wissenschaftlich begründeten Anlass, von diesem althergebrachten Impfschema abzuweichen.

Folgendes ist geschehen:

In den letzten Jahren haben Forscher herausgefunden, daß eine spezielle Krebsform bei Katzen ( das sogenannte Fibrosarkom ) unter anderem auch durch Impfungen ausgelöst werden kann, besonders bei Kombination bestimmter Impfstoffe. Wenn auch der Nutzen der Impfungen die Gefahr, an Fibrosarkom zu erkranken, deutlich überwiegt, so sollte man doch nicht mehr impfen, als unbedingt erforderlich. Die Universitäten in den USA haben deshalb neue Impfprogramme entwickelt, und es gibt dort auch schon Impfstoffe, die für Katzenseuche, Katzenschnupfen und Tollwut ein Impfintervall von 3 Jahren vorsehen. Neuerdings gibt es auch in Deutschland einige Impfstoffe, die verlängerte Impfintervalle erlauben. Die Tollwutimpfung muss jetzt nach der Grundimmunisierung nur noch alle 2 Jahre durchgeführt werden. Beachten Sie aber, dass für bestimmte Auslandsreisen, Katzenausstellungen, Tierpensionen eventuell 1-jährige Impfintervalle verlangt werden!!

Wie könnte das neue Impfschema aussehen:

  • Für Katzenseuche und Katzenschnupfen:
    Grundimmunisierung mit 8 und 12 Wochen ,
    Wiederholung nach einem Jahr, dann alle 1-2 Jahre
    Leider garantiert der Hersteller nur für Katzenseuche einen Schutz bis zu 2 Jahren. Forschungsergebnisse aus den USA sprechen allerdings dafür, dass auch der Schutz vor Katzenschnupfen länger als 1 Jahr anhält. Deshalb sollten Sie als Tierbesitzer zusammen mit uns Tierärzten entscheiden, ob für Ihre Katze ein verlängertes Impfintervall in Frage kommt.
  • Für Katzenleukose:
    Grundimmunisierung mit 8 und 12 Wochen
    Wiederholung bis auf weiteres jährlich ( hier wird noch geforscht, ob ein größerer Abstand möglich ist)
    Nur Katzen, die Freilauf haben werden, sollen geimpft werden. Vor der ersten Impfung sollte durch einen Bluttest sichergestellt werden, dass die Katze leukosenegativ ist ( sonst nützt die Impfung nichts ). Ältere Katzen zeigen eine natürliche Unempfindlichkeit gegen diese Krankheit, deshalb kann man spätestens ab 10 Jahren mit der Impfung aufhören.
  • Für Tollwut:
    Impfung mit 12 Wochen, mit 15 Monaten,
    Wiederholung alle 2 Jahre ( in bestimmten Fällen jährlich, s.o.).
    Nur Katzen, die Freilauf haben oder in bestimmte Länder mit in Urlaub genommen werden.
  • Für FIP ( feline infektiöse Peritonitis):
    Grundimmmunisierung ab der 16. Lebenswoche 2mal im Abstand von 3-4 Wochen,
    Jährliche Wiederholung.
    Da diese Impfung durch Einträufeln in die Nase erfolgt, kann durch sie kein Fibrosarkom ausgelöst werden !!! Trotzdem sind Wirkung und Nutzen der FIP-Impfung unter Experten umstritten. Am ehesten sinnvoll ist die Impfung für jüngere Katzen, die noch keinen Katzenkontakt hatten und bisher im Haus gelebt haben, später aber Freigang bekommen sollen. Vor der Impfung sollte wie bei der Leukoseimpfung ein Bluttest erfolgen.

Was kann noch getan werden, um das Risiko für eine Entstehung des Fibrosarkoms zu senken:

  • bestimmte Impfstoffe nicht mehr kombinieren ( wundern Sie sich also nicht, falls Ihre Katze bei der Impfung mehr Spritzen bekommt als früher )
  • wenn möglich, nicht mehr zwischen den Schulterblättern impfen ( an dieser Stelle ist ein eventuell auftretender Tumor besonders schlecht zu operieren ). Die Impfung erfolt jetzt in den Flanken oder an den Gliedmaßen. Leider wehren sich die Katzen oft etwas mehr, wenn man an diesen Stellen spritzt, das sollte man aber in Kauf nehmen.
  • falls sie nach einiger Zeit an der Impfstelle ein Knötchen entdecken, stellen Sie Ihre Katze vorsichtshalber nochmal zur Untersuchung vor. Meist handelt es sich um Impfreaktionen, die wieder abklingen, trotzdem ist hier Vorsicht geboten, und eventuell ist eine Überwachung des Knötchens über einen längeren Zeitraum nötig.

TROTZDEM!!!! KEINE PANIK!!!

An Katzenseuche und Katzenleukose sterben viel mehr Katzen als an einem Fibrosarkom. Impfungen sind wichtig, sie sollten nur nicht unkritisch vorgenommen werden. Falls Sie durch die Vielzahl an Informationen verwirrt sein sollten und noch Fragen haben, sprechen Sie mit uns.

Wir helfen Ihnen weiter !

Anja Kömpel

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Zuletzt aktualisiert am 24.8.2008
 
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